Familie Neubauer Schleswig, Paulihof
Familie NeubauerSchleswig, Paulihof

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Neues von Neubauer:

Juli 2020

3 Wochen der diesjährigen Sommerferien mussten wir für unseren 1. Teil des "Großprojekts 2020" opfern:

  • Erneuerung der Stromversorgung für die Wohnanlage Paulihof 1,
  • Erweiterung der Parkplatzanlage,
  • Vorbereitung für die Installation einer Ladestation für E-Autos,
  • Vergrößerung Außengelände der Ceremoni

Natürlich sind wir mit den Arbeiten nicht fertig geworden, unsere Zwischenziele haben wir aber erreicht - Ende September diesen Jahres geht es weiter

Den Graben für das Stromkabel erkennt man doch, oder?
... hier entstehen Parkplätze mit E-Ladestation

August 2020

Seit fast 40 Jahren habe ich meine Einkommensteuererklärung alleine erarbeitet und mit "meinem" Finanzamt einen vernünftigen Umgang gepflegt.

Ich habe im Jahr 2010 eine 14-tägige, durchaus lehrreiche Einkommensteuer-Außenprüfung erlebt und auch sonst immer ein offenes Ohr bei den Sachbearbeitern gefunden.

Jetzt scheint es ein Problem zu geben!?

Ich benutze für meine Steuererklärungen wohlmöglich die falschen Vordrucke (meine Interpretation des jüngsten Schriftverkehrs)!!! 

Ich bin seit Tagen und Wochen mit der Aufarbeitung meiner Unterlagen für einen anstehenden Beratungstermin bei einer Steueranwältin beschäftigt ... es kann doch nicht sein, dass man (obwohl man es will und über so viele Jahre auch getan hat) die eigene Steuer nicht ohne steuerfachliche und -rechtliche Hilfe erklären kann!?

Ende August steht ein erster Beratungstermin an und dann sehe ich weiter. Irgendwer müsste mal irgendwas gegen diesen Steuerwahnsinn unternehmen ...

 

Am 27.8.2020 wollte ich - wie jeden Morgen auch - unsere letzte "Kellerkatze" Lieschen versorgen. Sie lag mit einer schweren Schulter- und Brustverletzung vor "ihrer" Kellertür und war offensichtlich schon ein paar Stunden tot. Wir vermuten einen Verkehrsunfall als Ursache, der Anblick war einfach nur schrecklich. Ich zeige von daher lieber ein Bild aus vergangenen Tagen von ihr, um sie in schöner Erinnerung zu behalten ...

 

Manchmal kann man eigentlich nur den Kopf schütteln: Irgendwer hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass wir den Paulihof (oder zumindest Teile davon) verkauft haben!? Wer das warum bzw. woraus geschlussfolgert hat, ist uns ein völliges Rätsel! Für diejenigen, die dieses Gerücht auch gehört haben: Wir haben nicht verkauft und wir werden auch nicht verkaufen - dafür ist es hier viel zu schön!

September 2020

Das Projekt "Erneuerung der Stromversorgung Paulihof 1" geht in die zweite Runde.

Nachdem wir im Sommer die ersten 150 Meter Starkstromkabel in der Erde verbuddelt haben, sind jetzt die letzten Meter dran - die haben es allerdings in sich!

Wir bekommen insgesamt 5 neue Hausanschlüsse auf dem Paulihof, so dass zukünftig jede Wohneinheit einen eigenen Stromanschluss und -zähler haben wird. Das war bislang nicht der Fall. Wenn wir fertig sind, werde ich unter der Rubrik `Projekte Paulihof´ den gesamten Bauverlauf dokumentieren.

 

Die letzten 50 Meter mit Hausanschlussgräben

Oktober 2020

Als ob uns das Projekt "Stromerneuerung" nicht schon genug auf Trapp hält: Morgen (8.10.2020) haben wir einen weiteren Beratungstermin bei unserer Steuerfachanwältin. Mittlerweile hat uns unser Finanzamt eine Fristverlängerung zur Abgabe der Steuererklärungen eingeräumt und nun werden wir sehen, wie wir uns im Einklang mit den Steuergestzen zukünftig aufstellen werden. Es ist zwar schräg, aber offensichtlich muss man seine Unternehmung nach den Steuergesetzen ausrichten - und ich dachte immer andersherum wird ein Schuh draus!? 

 

Unsere Mitbewohnerin Ute hat sich ein eigenes Haus gekauft und uns eröffnet, dass sie wohl zum 1.3.2021 wegziehen wird. Zwar haben wir noch kein Kündigungsschreiben von ihr erhalten, die Suchanzeige für eine Nachmieterin oder einen Nachmieter werden wir aber schon bald aufgeben. Hoffentlich haben wir wieder ein glückliches Händchen bei der Auswahl von der oder dem nächsten Nachbarn! Warten wir es mal ab ...

offene Wohnküche in der frei werdenden Wohnung
www.lottoview.de

Denkmalschutz ...

... ist eine wichtige staatliche und private Aufgabe und Verpflichtung!

Nicht umsonst heißt es im Artikel 14 unseres Grundgesetzes: 

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

 

Uns war beim Kauf bekannt, dass der Paulihof ein "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" ist und im Jahre 2000 inklusive eines großen Teils der Gartenanlage in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen wurde.

Gerade dieser Umstand hat die Hofanlage sogar noch reizvoller für uns gemacht, denn eigentlich - dachten wir zumindest - hätte doch die Geschichte des Hauses und der Hofanlage weitestgehend erforscht sein müssen.

 

Die erste Ernüchterung trat ein, als wir erfahren haben, dass von der Vergangenheit des Paulihofes nicht einmal bei den Historikern des Landesamtes für Denkmalpflege abrufbares Wissen vorhanden war bzw. ist.

Die Begründung der Unterschutzstellung ist kurz abgefasst, lückenhaft - eigentlich substanzlos. Aber das sollte unseren Tatendrang und die Liebe zu dem alten Gemäuer nicht schmälern.

 

Als wir das Gebäude jedoch zum ersten Male betreten haben, verschlug es uns die Sprache:

Kein Denkmalpfleger hatte sich jemals um den Zustand des Haupthauses, geschweige denn der Nebengebäude oder des Gartens, gekümmert - obwohl sich die Liegenschaft im Besitz des Landes befand!

Das Dach war undicht, die Fenster völlig morsch, innerhalb der Räume sind substanzzerstörende Arbeiten ausgeführt worden. So wurde die alte Holztreppe ins Obergeschoss, der alte Dielenfußboden oder aber die Innenwände der einzelnen Zimmer mit Spanplatten verschraubt, eindringendes Wasser hatte Teile des Deckenstucks durchweicht, der alte Fußboden im Erdgeschoss wurde durch Estrich ersetzt und wegen Elektroinstallationen wurden Wände und Stuckschmuck teilweise zerstört.

Einen kleinen Eindruck von dem Zustand des Denkmals erhalten Sie beim Betrachten der folgenden Bilder:

verschandelter Dielenfußboden

Unser Tatendrang sollte schnell den ersten Dämpfer erhalten: 

Jeder Sanierungsschritt - und sei es die Farbgestaltung der Tapeten - musste von uns mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und von ihnen genehmigt werden.

 

Möchten Sie mal einige Beispiele lesen? 

Die Decke im Gartenzimmer (Obergeschoss) sollte laut Frau Dr. Hansen, Landesamt für Denkmalpflege in Kiel, umbrafarbend gestrichen werden - "Umbra" ist eine Umschreibung für kackbraun!

Das Abschleifen der Holzdielen im Obergeschoss sollte mit einem Handschleifer ausgeführt werden, damit durch die Erschütterungen keine Schäden an den Wänden und Decken auftreten!?

Oder glauben Sie nicht, dass wir uns beispielsweise irgendeine antrazitfarbene Pfanne für die Dachneueindeckung hätten aussuchen dürfen. Nein, es musste eine ganz besondere Dachpfanne sein, die für uns ausgesucht wurde. Natürlich explodierten dadurch die Kosten - ohne dass es dafür auch nur einen Cent Zuschuss gibt.

 

Alle denkmalschutzrechtlichen Auflagen verteuern eine Sanierung bzw. Arbeiten zum Erhalt der Bausubstanz erheblich. Fördergelder standen und stehen hingegen (zumindest für uns) nicht zur Verfügung.

 

Unglaublich nervig ist der Umstand, dass wir für jeden Arbeitsschritt eine Genehmigung brauchten und natürlich auch noch brauchen. - dadurch wird das ein oder andere Sanierungsvorhaben deutlich in die Länge gezogen:

Am 2. Dezember 2010 beantragten wir die Erneuerung unserer Fenster und Türen. Die alten Fenster waren teilweise einfach nicht mehr zu öffnen, energetisch unzumutbar und wegen Schimmelpilz gesundheitlich bedenklich ...

Schlafzimmerfenster mit deutlicher Schimmelbildung und Eisblumen

Um es vorweg zu nehmen: das letzte Fenster haben wir am 21. August 2014 erneuert - 3 Jahre und 9 Monate nach der Antragstellung!

 

Es war hinsichtlich der Fenstererneuerung einfach keine vernünftige Einigung mit den Denkmalschützern zu erzielen, so dass wir leider den Rechtsweg beschreiten mussten.

Natürlich wollten und wollen wir nicht irgendwelche Plastikfenster einbauen. Natürlich wollen wir hochwertige Holzfenster anfertigen lassen, die dem Anblick der jetzigen Fenster nahezu entsprechen - allerdings energetisch auf dem Stand der Zeit und ohne glasteilende Fenstersprossen. Das fällt aber keinem Menschen beim Anblick der Fenster auf.

 

Und der Denkmalschutz?

Die Damen und Herren wollten allen Ernstes, dass wir die alten Fenster nochmals aufarbeiten lassen - natürlich wieder, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Außerdem haben alle Tischler, die wir um ein Angebot gebeten haben, unisono gesagt, dass die vorhandenen Fenster nicht zu reparieren sind.

 

Im Januar 2013 hat uns das Verwaltungsgericht Schleswig Recht gegeben und dem Einbau neuer Fenster zugestimmt.

 

6 von 7 Fenster im Obergeschoss sind erneuert - erkennen Sie welches noch alt ist?

 

Wir hatten damit den ersten Schritt geschafft!

Mit Datum vom 29.4.2013 haben wir nach 2 Jahren und 5 Monaten die Genehmigung zur Erneuerung unserer Fenster und Türen bekommen.

 

Die ersten beiden Fenster wurden am 7.5.2013 angeliefert und sind wirklich sehr gut geworden. Die Rahmen- und Sprossenmaße stimmen 100% mit den alten Fenstern überein, die Farbe der Fenster wird sich mit den Jahren noch leicht verändern.

Nach und nach haben wir alle Fenster und Türen ausgetauscht, am 21.8.2014 wurde das letzte Fenster eingebaut.

 

Und der Denkmalschutz?

Die Damen und Herren aus Kiel sind sauer, vielleicht auch beleidigt, weil sie ihren Willen nicht haben durchsetzen können. Um die finanzielle Last - 24 Fenster und 3 Türen sind nicht ganz billig - besser schultern zu können, haben wir eine Steuerbescheinigung über die Höhe unserer Aufwendungen beantragt. Mit einer absolut fadenscheinigen Begründung wurde uns diese Bescheinigung verwehrt und ein Rechtsanwalt mit der anwaltlichen Vertretung vom Landesamt beauftragt. Das kostet ja nichts ...

 

Nun müssen wir ein weiteres Mal gegen die Denkmalschutzbehörde klagen, über den Ausgang des Verfahrens werde ich hier berichten.