Familie Neubauer Schleswig, Paulihof
Familie NeubauerSchleswig, Paulihof

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Neues von Neubauer:

März 2021

Wir haben uns erstmals an den Einbau eines Kaminofens gewagt - dazu gehört auch der Aufbau eines entsprechenden Schornsteins. Fazit: Ein solches Vorhaben ist insgesamt kein "Hexenwerk" und in drei Tagen erledigt.

Am 11.3.2021 hat der Schornsteinfeger die "Feuerstätte" abgenommen und das erste Stück Holz konnte angezündet werden.

Mit einem Gewichtsverlust von 12,6 Kg hat Frank am 13.3.2021 seine alljährliche 10-Wochen-Fastenzeit beendet. Jetzt kann das Schlemmen wieder losgehen :-)

Ich befürchte, dass ein eher unspektakulärer Zeitungsartikel in den Schleswiger Nachrichten am 18.3.2021, in dem es um fehlende Genehmigungen für Ferienunterkünfte in Schleswig ging, ein "Verwaltungs-Erdbeben" ausgelöst haben könnte ... mittlerweile hat auch uns dieses Thema erreicht und wir stehen in einem regen Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung Schleswig. Es kostet unglaublich viel Kraft, sich argumentativ mit den Behörden auszutauschen und so ganz langsam spüren wir, dass wir auch müde werden ...

Sollte sich das Problem weiter zuspitzen, dann werde ich auf meiner Homepage die kompletten Hintergründe veröffentlichen.

Stand heute ist, dass wir wohl insgesamt vier Bauanträge auf Umnutzung von "Wohnen" in "Ferienwohnen" stellen muss - natürlich mit Begleitung eines Architekten!

Wir möchten mal wieder etwas Fahrt in unsere noch offenen Projekte bringen und haben uns am 22.3.2021 zunächst mit einer Bauvoranfrage für eine aufgeständerte Solaranlage im Nordosten unserer Hofanlage an die Stadtverwaltung gewandt.

Mal sehen, welche Antwort wir bekommen werden ... Ziel ist, "grünen Strom" für einen Teil unserer Mitbewohner und für die noch zu installierende E-Ladestation zu gewinnen. Natürlich ist auch ein solches Vorhaben gesetzlich geregelt: Man nennt es "Mieterstrom-Gewinnung" und auch dafür sind etliche behördlichen Auflagen zu beachten.

 

Am 25.3.2021 ist die "Fahrradgarage" für die - auch auf dem Paulihof - stetig steigende Zahl an E-Bike`s so gut wie fertig geworden. Jetzt fehlt nur noch ein schöner Anstrich und etwas Licht in der Hütte.

"Malle für alle" - jetzt ist es wohl tatsächlich wahr geworden! Laut Zeitungsbericht landeten heute (27.3.2021) tausende deutsche Urlauber auf ihrer Lieblingsinsel - nur nach Schleswig darf keiner reisen!?

Ich spüre, dass durch solche Meldungen so ganz langsam mein Verständnis für die andauernden Grundrechtseinschränkungen schwindet. 

 

April 2021

Am 8.4.2021, 11.16 Uhr, war es soweit: Elektro Clausen hat unser Wohnhaus an das öffentliche Stromnetz angeschlossen! Damit ist das Projekt "Stromversorgung Paulihof" abgeschlossen.

Was für ein schöner Moment ...

 

Wir sind dabei:

Am 19.4.2021 startet in der Schleiregion das Modellprojekt "Restart im Tourismus"!

Wir haben uns natürlich beteiligt, ein umfangreiches Hygienekonzept erarbeitet, die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung installiert und eine Verpflichtungserklärung gegenüber der modellverantwortlichen OfS abgegeben.

Jetzt kann es wieder losgehen und ich freue mich auf Ihren Besuch!

www.lottoview.de

Denkmalschutz ...

... ist eine wichtige staatliche und private Aufgabe und Verpflichtung!

Nicht umsonst heißt es im Artikel 14 unseres Grundgesetzes: 

"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."

 

Uns war beim Kauf bekannt, dass der Paulihof ein "Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung" ist und im Jahre 2000 inklusive eines großen Teils der Gartenanlage in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen wurde.

Gerade dieser Umstand hat die Hofanlage sogar noch reizvoller für uns gemacht: Eigentlich - dachten wir zumindest - hätte doch die Geschichte des Hauses und der Hofanlage weitestgehend erforscht sein müssen und zumindest substanzerhaltende Reparaturarbeiten regelmäßig durchgeführt werden müssen.

 

Die erste Ernüchterung trat ein, als wir erfahren haben, dass von der Vergangenheit des Paulihofes nicht einmal bei den Historikern des Landesamtes für Denkmalpflege abrufbares Wissen vorhanden war bzw. ist.

Die Begründung der Unterschutzstellung ist kurz abgefasst, lückenhaft - eigentlich substanzlos. Aber das sollte unseren Tatendrang und die Liebe zu dem alten Gemäuer nicht schmälern.

 

Als wir das Gebäude jedoch zum ersten Male betreten haben, verschlug es uns die Sprache:

Kein Denkmalpfleger hatte sich jemals um den Zustand des Haupthauses, geschweige denn der Nebengebäude oder des Gartens, gekümmert - obwohl sich die Liegenschaft im Besitz des Landes befand!

Das Dach war undicht, die Fenster völlig morsch, innerhalb der Räume sind substanzzerstörende Arbeiten ausgeführt worden. So wurde die alte Holztreppe ins Obergeschoss, der alte Dielenfußboden oder aber die Innenwände der einzelnen Zimmer mit Spanplatten verschraubt, eindringendes Wasser hatte Teile des Deckenstucks durchweicht, der alte Fußboden im Erdgeschoss wurde durch Estrich ersetzt und wegen Elektroinstallationen wurden Wände und Stuckschmuck teilweise zerstört.

 

Einen kleinen Eindruck von dem Zustand des Denkmals erhalten Sie beim Betrachten der nachfolgenden Bilder:

verschandelter Dielenfußboden

 

Auch unser Tatendrang sollte schnell den ersten Dämpfer erhalten: 

Jeder Sanierungsschritt - und sei es die Farbgestaltung der Tapeten - musste von uns mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt und von ihnen genehmigt werden.

Möchten Sie mal einige Beispiele lesen? 

  • Die Decke im Gartenzimmer (Obergeschoss) sollte nach dem Willen des Landesamtes für Denkmalpflege in Kiel, umbrafarbend gestrichen werden - "Umbra" ist eine Umschreibung für kackbraun!
  • Das Abschleifen der Holzdielen im Obergeschoss sollte mit einem Handschleifer ausgeführt werden, damit durch die Erschütterungen keine Schäden an den Wänden und Decken auftreten!?
  • Für die Neueindeckung des Daches mussten wir eine ganz bestimmte Pfanne verwenden, die das Dreifache einer normalen Tonpfanne gekostet hat und 10 Jahre später wegen ihrer rauhen Oberfläche total vermoost ist

Unsere leidvollen Erfahrungen mit den Denkmalschützern kann man so zusammenfassen:

  • Alle denkmalschutzrechtlichen Auflagen verteuern eine Sanierung bzw. Arbeiten zum Erhalt der Bausubstanz erheblich,
  • die Antrags- und Genehmigungspflicht auch für dringend notwendige Sanierungsschritte führt zu nervtötenden Verzögerungen und
  • das Zuständigkeiten-Wirrwarr zwischen den Denkmalschutzbehörden ist für Normalbürger nicht zu durchschauen

 

Noch ein Beispiel gefällig?

Für den Austausch der Fenster und der Türen haben wir von der Antragstellung bis zum Projektabschluss 3 Jahre und 9 Monate gebraucht.

 

Am 2.12.2010 beantragten wir die Erneuerung unserer Fenster und Türen. Die alten Fenster waren teilweise einfach nicht mehr zu öffnen, energetisch unzumutbar und wegen Schimmelpilz gesundheitlich bedenklich ...

Schlafzimmerfenster mit deutlicher Schimmelbildung und Eisblumen

Um es vorweg zu nehmen: das letzte Fenster haben wir am 21. August 2014 erneuert - 3 Jahre und 9 Monate nach der Antragstellung!

 

Es war hinsichtlich der Fenstererneuerung einfach keine vernünftige Einigung mit den Denkmalschützern zu erzielen, so dass wir leider den Rechtsweg beschreiten mussten.

Natürlich wollten und wollen wir nicht irgendwelche Plastikfenster einbauen. Natürlich wollen wir hochwertige Holzfenster anfertigen lassen, die dem Anblick der jetzigen Fenster nahezu entsprechen - allerdings energetisch auf dem Stand der Zeit und ohne glasteilende Fenstersprossen. Das fällt aber keinem Menschen beim Anblick der Fenster auf.

Und der Denkmalschutz?

Die Damen und Herren wollten allen Ernstes, dass wir die alten Fenster nochmals aufarbeiten lassen - natürlich wieder, ohne sich an den Kosten zu beteiligen. Und außnahmslos alle Tischler, die wir um ein Angebot gebeten haben, bestätigten uns, dass die vorhandenen Fenster nicht zu reparieren sind.

Am 29.4.2013 hat uns das Verwaltungsgericht Schleswig Recht gegeben und dem Einbau neuer Fenster und Türen zugestimmt.

 

6 von 7 Fenster im Obergeschoss sind erneuert - erkennen Sie welches noch alt ist?

 

Die ersten beiden Fensternachbauten wurden am 7.5.2013 angeliefert und sind wirklich sehr gut geworden. Die Farbgestaltung und die Rahmen- und Sprossenmaße stimmen 100% mit den alten Fenstern überein.

Nach und nach haben wir alle Fenster und Türen ausgetauscht, am 21.8.2014 wurde das letzte Fenster eingebaut.

 

Immer mal wieder werden wir gefragt, wie hoch die finanzielle Unterstützung durch die Denkmalschutzbehörden bei der jahrelangen Sanierung des Paulihof`s ausgefallen ist.

Die Antwort auf diese Frage lautet schlicht und einfach: 0,00€ (in Worten: Null, NullNull€)

 

Wir haben es mittlerweile auch ohne die Hilfe des Denkmalschutzes geschafft, dass Gebäude vor dem sicheren Verfall zu bewahren und werden auch in Zukunft dafür sorgen (können).

Wir haben nur noch einen Wunsch an die Damen und Herren aus Kiel:

Bitte lassen sie uns in Ruhe, sie sind nicht (mehr) willkommen!